Winterbegrünung – Standard auf deutschen Äckern

Aussaat/Anbau/Ernte

Bonn (DMK) – Die Winterbegrünung bleibt eine fest verankerte Praxis in der deutschen Landwirtschaft. Das geht aus einer Repräsentativbefragung des Marktforschungsinstituts Kynetec hervor, die im Frühjahr 2026 im Auftrag des Deutschen Maiskomitees e.V. (DMK) unter ca. 2.000 Landwirten in Deutschland durchgeführt wurde. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie etabliert der Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten auf Maisflächen inzwischen ist. Insgesamt 82 % der befragten Betriebe gaben an, dass sie im Winter auf ihren für den Maisanbau vorgesehenen Flächen eine Winterbegrünung angelegt hatten. Dies ist allerdings leicht niedriger als im Vorjahr – damals lag der Wert bei 84 %. Betrachtet man dagegen die Gesamtanbaufläche der Betriebe, entspricht dies einem stabilen Anteil von 70 %. Basierend auf einer voraussichtlichen Anbaufläche für Mais von 2,4 Mio. ha im Jahr 2026, ergeben sich rund 1,7 Mio. ha Winterbegrünung vor der Maisaussaat. Im Vorjahr lagen die Werte auf einem vergleichbaren Niveau. 

Regionale Unterschiede

Bei der Betrachtung der Regionen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den westlichen und östlichen Bundesländern. In den westlichen Bundesländern wurden auf etwa 1,3 Mio. ha (71,2 %) Winterbegrünungen bei einer Gesamtmaisfläche von voraussichtlich rund 1,8 Mio. ha etabliert. In den östlichen Bundesländern erstreckte sich die Winterbegrünung auf rund 405.000 ha (64,8 %) bei einer Gesamtfläche von etwa 625.000 ha. Bei der Wahl der Zwischenfrüchte zeigt sich ein klares Bild: Gelbsenf behauptet mit deutlichem Abstand seine Stellung als beliebteste Zwischenfrucht auf den Betrieben. Zwischenfruchtmischungen und Ölrettich folgen auf den weiteren Plätzen und gewinnen für eine vielfältige Fruchtfolge und den Bodenschutz weiterhin an Bedeutung, während weitere Kulturen wie Phacelia, Ramtillkraut und Grünroggen das Spektrum auf den Feldern ergänzen. 

Die Bedeutung der Winterbegrünung

Während überwinternde Hauptkulturen wie Wintergetreide oder Winterraps den Boden im Winter weitestgehend bedecken, entstehen bei Sommerkulturen wie dem Mais zwischen seiner Aussaat und der Ernte der Vorfrucht Brachzeiten. Ein unbedeckter Boden birgt jedoch erhebliche Risiken, da starke Regenfälle die wertvolle Humusschicht abtragen und Nährstoffe ins Grundwasser auswaschen können. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, setzen Betriebe auf den gezielten Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten. Die Pflanzen bilden einen dichten Schutzteppich, der die Erosion verhindert und die Bodenfeuchtigkeit sichert. Viele dieser Zwischenfrüchte frieren im Laufe des Winters ab und bilden eine natürliche Mulchschicht, die sich im Frühjahr in wertvollen Humus verwandelt. Gleichzeitig fungiert die Begrünung als natürlicher Nährstoffspeicher: Die Wurzeln nehmen im Herbst Nährstoffe wie Stickstoff auf und stellen sie der nachfolgenden Kultur wieder gezielt zur Verfügung. Neben dem Bodenschutz profitiert auch die Artenvielfalt, denn die begrünten Flächen bieten Wildtieren, Vögeln und Nützlingen bis weit in den Winter hinein Nahrung und Rückzugsorte.

Des Weiteren wird damit der Regelungen zur Mindestbodenbedeckung im Winter (GLÖZ 6) Rechnung getragen. Diese besagen, dass auf mindestens 80 % der Ackerfläche eines Betriebes bis zum 31.12. des Antragsjahres eine Mindestbodenbedeckung sicherzustellen ist. 

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