Bonn (DMK) – Wie das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK) berichtet, wird die EU-weite Anbaufläche von Sorghum im Jahr 2026 voraussichtlich erneut sinken. Das geht aus aktuellen Prognosen hervor, die der europäische Sorghum-Verband „Sorghum ID“ im Rahmen seiner Versammlung präsentierte. Als Hauptfaktoren für diese Entwicklung nennt der Verband enttäuschende Ergebnisse der vorherigen Ernteperiode (2025), anhaltend hohe Betriebsmittelkosten sowie attraktivere Marktpreise für konkurrierende Ackerkulturen wie Sonnenblumen.
Flächenverluste bei Silosorghum
Am deutlichsten zeigt sich der Rückgang beim Sorghum zur Nutzung als Silage (Silosorghum). Gegenüber dem Vorjahr sinkt die prognostizierte Anbaufläche in der EU-27 um 20 % auf rund 78.000 ha (zusammen mit den assoziierten Drittländern wie der Ukraine und Serbien beträgt die Fläche 134.000 ha, was einem Minus von 26 % entspricht). Dieser Abwärtstrend wird unter anderem durch bestehende Silomaisvorräte und eine rückläufige Anbaufläche für die Biogasnutzung in Deutschland verstärkt. Der Verband geht davon aus, dass die Gesamtanbaufläche für Silosorghum in Deutschland letztlich zwischen 12.000 und 13.000 ha liegen dürfte, was einem Rückgang von 7 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Besonders für Frankreich wird mit einem spürbaren Rückgang gerechnet, der bei um die 30 % liegt.
Stabile Entwicklung aber regionale Unterschiede bei Körnersorghum
Im Gegensatz dazu ist die Anbaufläche für Sorghum zur Körnernutzung (Körnersorghum) in der EU-27 vergleichsweise konstant und geht lediglich um 2 % auf rund 222.000 ha zurück (inklusive Drittländer ist die Fläche stabil bei 330.000 ha (-1 %)). Für Frankreich wird von einer Anbaufläche von 52.000 ha ausgegangen, was ein Rückgang von 17 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. In Italien und Spanien hingegen zeigt sich eine positive Tendenz: Hier gibt es Flächenzuwächse um die 20 %. Deutschland bleibt wie im Vorjahr bei 4.000 ha Anbaufläche.
Aufwärtstrend: Sorghum mehr Bedeutung im Lebensmittelsektor
Trotz der rückläufigen Flächen im klassischen Futtermittelbereich verzeichnet der Markt ein wachsendes Interesse im Lebensmittelsektor, was sich unter anderem in einer steigenden Nachfrage nach Sorghum-Produkten für die menschliche Ernährung widerspiegelt. Insbesondere geschältes Sorghum in den Niederlanden sowie Sorghummehl im Vereinigten Königreich, Frankreich, Finnland, Ungarn und Deutschland gewinnen an Bedeutung. Um diesen Trend langfristig zu stützen, befasst sich die Branche intensiv mit technologischen Fragestellungen zur Verarbeitung, dem Gehalt an Fettsäuren, der Optimierung der Haltbarkeit sowie der Lagerung nach der Ernte. Auch im Bereich der Saatgutvermehrung erfordert die langfristig steigende Nachfrage nach wie vor eine verlässliche Versorgung, bei der die europäischen Erzeuger flexibel auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren.
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