Nutzung neuer Zuchtmethoden

 

Bei jeder Befruchtung, egal ob bei Mensch, Pflanze oder Tier entstehen natürliche Mutationen im Genom. Diese sorgen dafür, dass auch Zwillinge nicht 100% gleich sind. Maiszüchtern steht eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung, um gezielt Mutationen im Genom zu erzeugen und damit leistungsstärkere Pflanzen zu züchten. Allerdings ist bei den klassischen Zuchtmethoden nicht immer vorherzusagen wo die Mutation auftritt und welche Eigenschaft beeinflusst wird. Mit Hilfe der neuen Zuchtmethoden können diese Mutationen zielgerichteter ausgelöst werden. Zusätzlich besteht bei manchen Verfahren die Möglichkeit Gene in eine Pflanze einzuschleusen, wodurch Veränderungen entstehen, die auf natürlichem Wege nicht zustande kommen würden. Am bekanntesten und am meisten diskutiert ist die konventionelle Bio- und Gentechnik. Weltweit werden mehr als 180 Millionen Hektar mit gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut, ca. 60. Mio. davon mit Mais. In den meisten Ländern der EU (auch Deutschland) ist der Anbau gentechnisch veränderter Kulturen verboten. Im Jahr 2016 wurden in Spanien, Portugal, Tschechien und der Slowakei rund 136.000 Hektar gentechnisch veränderter Mais angebaut. Davon alleine in Spanien ca. 129.000 Hektar. 

Eine relativ neue Zuchtmethoden ist CRISPR/Cas. Dieses Verfahren steckt noch in der politischen Diskussion und bisher werden entsprechend gezüchtete Pflanzen nicht im Freiland angebaut.  

 

Gentechnik als Bestandteil der Maiszüchtung

Die Anwendung der Bio- und Gentechnik in der Pflanzenzüchtung hat auch in Deutschland mittlerweile festen Fuß gefaßt. Vorbehalte und Bedenken gegen den Einsatz der Gentechnologie seitens der Öffentlichkeit sind ernst zu nehmen. Es muß jedoch verhindert werden, daß die Anwendung der Gentechnik aus ideologischen Gründen behindert wird. Der Dialog muß ehrlich und glaubwürdig geführt werden um den volkswirtschaftlichen Gesamtnutzen zu erfassen.

Durch jüngste politische Entscheidungen ist der Anbau gentechnisch veränderten Maises in Deutschland verboten worden.

Die gegenwärtige unbefriedigende Situation leidet vor allem unter dem fehlenden Rechtsrahmen zur Kennzeichnung von Lebensmittelprodukten (Novel-Food) auf der Basis von plausiblen Schwellenwerten.

Bio- und Gentechnik 

Das bekannteste Beispiel für den Einsatz von gentechnischen Methoden in der Kulturpflanze Mais sind MON 810 und BT 176. Maissorten mit diesen Events wurde das Gen eines Bakteriums eingefügt, wodurch die Pflanze in der Lage ist ein Gift zu produzieren, welches die Larve des Maiszünslers bekämpft.  

In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ist der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen verboten, da sich die Experten nicht einig sind ob Auswirkungen durch den Anbau und den Verzehr von gentechnisch veränderten Pflanzen zu erwarten sind. In Amerika und Asien werden hingegen großflächig gentechnisch veränderte Pflanzen, wie zum Beispiel Baumwolle, Soja, Mais und Raps, angebaut.  

CRISPR/Cas9 

Diese erstmals 2012 veröffentlichte Methode wird zwar schon bei einigen Züchtungsunternehmen eingesetzt, Sorten sind jedoch noch nicht auf dem Markt. Bei CRISPR/Cas wird mittels eines speziellen Verfahrens gezielt ein Stück der DNA entnommen. Der entsprechende Abschnitt wird anschließend von den pflanzeneigenen Mechanismen repariert und es kommt zu einer Mutation an dieser bestimmten Stelle des Gens. Die daraus entstandene Pflanze lässt sich von Pflanzen mit natürlich entstandenen Mutationen nicht unterscheiden. Dieser Umstand führt auch dazu, dass zurzeit noch nicht geklärt ist ob das Verfahren im rechtlichen Sinne als gentechnisches Verfahren angesehen werden muss und damit der entsprechenden Regulierung unterliegt oder als konventionelle Züchtung eingestuft und ohne Einschränkung in der Praxis angebaut werden darf.